Tauben fliegen in den Himmel
als Zeichen der Verbundenheit
Das Weststadtfest lockte zahlreiche Besucher mit einem umfangreichen Programm und internationalen Spezialitäten.
Von Julia Schweizer
Bunt und lebendig" - unter diesem Motto hatte die Stadt zum nunmehr siebten Weststadtfest geladen. Bunt und lebendig war das Fest auf jeden Fall: Auf dem Hof der Eugen-Bolz-Schule tobten zahlreiche Kinder zwischen der Bühne und den Bierbänken, der Duft von frischen Donuts, türkischen Leckereien und gebratenen Nudeln lag über dem Gelände. Eine Menge gab es auszuprobieren: Die Verkehrswacht hatte einen Kettcar-Parcours aufgebaut, auf dem Lehrerparkplatz warteten Spielgeräte des Spielmobils. Eher ruhiger ging es da beim Stand der Polizei oder beim Jugendrotkreuz zu, das einen kleinen Spieleparcours und Erste-Hilfe-Vorführungen bot.
"Heute habe ich hier viel Interessantes, viel Neues und viel Kulinarisches gesehen", sagte Oberbürgermeisterin Ursula Keck bei der Eröffnung, die mit dem Start von blauen und gelben Luftballons zelebriert wurde. Außerdem flogen sechs Zuchttauben als "Zeichen der Verbundenheit und des Friedens" in den Himmel. Doch die Besucher sollten an diesem Tag nicht nur Spaß haben, sondern auch zur Weiterentwicklung des Gebiets beitragen, sagte Keck und verwies auf eine kürzlich gestartete Befragung in der Weststadt. Wer seinen Bogen noch nicht abgegeben habe, solle das schnellstmöglich tun - "das bildet die Grundlage für weitere Förderanträge beim Land", warb sie.
Denn das Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt - Weststadt" wird demnächst enden. Viele Projekte und Baumaßnahmen konnten dank der Fördermittel umgesetzt werden. Das zeigten nicht nur Schautafeln im Eingangsbereich der Schule, beispielsweise zu den einzelnen Bauabschnitten auf dem Schwedenhaus-Areal oder auf dem Salamander-Areal. "Hier bauen sie unermüdlich, es hat sich so viel verändert", sagte die 83-jährige Luise Kirchner beim Blick auf die Tafeln. Sie lebt schon seit mehr als 60 Jahren in der Weststadt, ihre Kinder und Enkel sind in die Eugen-Bolz-Schule gegangen - aber nun sei niemand von früher mehr da. Solche Feste seien da immerhin ganz gut, um neue Kontakte zu knüpfen, meint die Seniorin.
Auch beim Bühnenprogramm wurden die Entwicklung des Viertels und die Projekte miteinbezogen: Zwischen artistischen Einlagen der Tanzmariechen Adriana, Selina und Antonia von der Narren-Ober-Liga und der Narrenzunft Kornwestheim sowie Folkloretänzen des Italienischen Kulturvereins und einer Gruppe der Ayasofya-Moschee wurden zahlreiche Migrantinnen geehrt, die in einem Kurs aus dem Programm "Stärken vor Ort" lesen und schreiben gelernt haben. Und am späten Nachmittag standen das Minitheater des Bewohnertreffs und Folkloretänze der Tanzgruppe "Stärken vor Ort" auf dem Programm, das am Abend mit Kampfsportvorführungen und Auftritten der Uhlandschulen-Bands und der Gruppe Finerip abgerundet wurde.
"Das Fest ist dieses Jahr sehr schön", bilanzierte Walter Specht, Präsident der Narren-Ober-Liga, der durch das Bühnenprogramm führte. Vertreter vieler Nationalitäten beteiligten sich und das Essensangebot sei größer, lobte er. Der Lohn: viel mehr Zuschauer als vergangenes Jahr.





